BIP Fototouren im Duvenstedter Brook und auf dem Parkfriedhof Ohlsdorf

Ein überraschendes Wiedersehen

Es ist schon ganz schön lange her, als ich das letzte Mal von den Uhus berichtete. Im Brook waren sie gerade flügge geworden, also muß es so Ende Mai gewesen sein. Auf dem Ohlsdorfer Friedhof kamen die Eltern gar nicht mehr zum Brüten, denn das Weibchen war ganz plötzlich gestorben. Eines Morgens fand man sie tot auf einem Stein liegen. 

 

Auf dem Gedenkstein für das Hamburger Original, die Zitronenjette, liegt ein toter Vogel. Neben ihm eine Zitrone, der man die Säure anssieht. Eine lustig, makabre Darstellung.

 

Das Uhu Männchen hatte den Tod der Partnerin vielleicht nicht mitbekommen und wartete nun vergeblich auf die Rückkehr der Braut. Er war wirklich geduldig, aber nach einigen Wochen gab er dann auf. Eines Tages verließ er den ausgewählten Brutplatz und ich habe ich nie wieder gesehen. Das war dann wohl so Anfang/Mitte Juni. Zu der Zeit schlüpften die jungen Schwäne und ich hatte mit ihnen ein neues Fotomotiv gefunden. Aber die Natur kennt keine Moral und so passierte es, dass auch deren Nachwuchs keine lange Lebenszeit hatte. Inzwischen ist Ruhe eingekehrt, sowohl am See als auch im ‚Uhu-Wald‘. Trotzdem bin ich mal wieder dorthin gegangen, denn vielleicht sind ein paar Rehe zu entdecken oder erste Pilze? Aber es kam anders als gedacht. Ich wurde nämlich schon erwartet. Dort saß tatsächlich der Uhu.

 

 

Ich hatte es von einer Bekannten gehört, die hier öfters zur Grabpflege vor Ort ist. Sie hatte mir erzählt, dass sie den Uhu auf einem Grabstein sitzend gesehen hätte. Das wäre erst vor zwei oder drei Wochen passiert und deshalb konnte ich hoffen, dass das Tier noch immer irgendwo in dem mir bekannten Revier zu finden ist. Allerdings erinnerte mich die Suche schon bald an die bekannte Nadel im Heuhaufen.

Nun war es also doch geglückt. Wir hatten uns wiedergefunden. Und obwohl der Vogel mir seinen Rücken zudrehte, hatte er mich längst wahrgenommen. Eine Kopfdrehung um 180° und mehr gelingt ihm mühelos, dazu muß er seine Sitzhaltung nicht ändern. Er nahm mich also ins Visier und ich versuchte mich so defensiv wie möglich zu verhalten. Abstand wahren, keine hektischen Bewegungen und erst einmal zur Ruhe kommen. Danach kann ich noch immer die Kamera auf den Vogel richten, wenn er es dann zulassen will. Die Taktik trug Früchte.

 

 

Ein frühe Spaziergängerin näherte sich. Ich gab ihr Zeichen still zu sein und deutete auf den Uhu. Als sie ihn entdeckte schaffte sie es einen lautlosen ‚Freudenschrei‘ auszustoßen. Sie war von der Begegnung genauso berührt wie ich. Wir standen lange, sehr lange an dieser Stelle und genossen einfach den Anblick. Der Uhu döste vor sich hin. Meistens schaute er in die andere Richtung, manchmal drehte er seinen Kopf zu uns hin. Dabei hielt er die Augen fast geschlossenen, er wirkte sehr entspannt. Schließlich setzten wir unseren Morgenspaziergang fort und ließen das majestätische Tier alleine zurück. Ich denke das war nicht unsere letzte Begegnung.

 

 

BIP Foto-Touren © 2017 Frontier Theme