BIP Fototouren im Duvenstedter Brook und auf dem Parkfriedhof Ohlsdorf

Treffen mit dem Eisvogel

Sein Familienname lautet: Alcedinidae. Das muß man sich nicht merken, aber interessant ist, dass die meisten Angehörigen dieser Vogelfamilie in den Tropen leben. Irgendwie überrascht es mich nicht, denn das bunte Gefieder des Eisvogels passt ganz gut zu Papagei und Sittich. Unser Eisvogel, der Winzling mit der leuchtend orange gefärbten Brust und den metallisch türkis glänzenden Rückenfedern, ist der einzige europäische Vertreter seiner Art. Klein aber oho.

 

 

Ich brauchte sechs Jahrzehnte um meinen ersten Eisvogel zu sichten. Das war hier mitten in Hamburg auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Inzwischen ist es mir einige Male gelungen, denn ich kenne ein paar Nistplätze und seinen nicht gerade auffallend lauten Gesang. Zum Glück nutzt der Eisvogel seine Bruthöhlen ganzjährig, also auch noch wenn die Kinder längst flügge sind. Gerade im Winter dient ihm die Erdhöhle als gut geschützter Schlafplatz. Denn wie ich schon in einem vorigen Beitrag erklärte, hat der Eisvogel seinen Namen nicht weil er Wind und Wetter trotzen kann. 

 

Der Kookaburra, bekannt auch als ‚Lachender Hans‘, ist der Größte Vertreter der Eisvogelfamilie. Er mißt bis zu 45cm Länge und lebt in Australien. Wem das zu weit ist, der findet ihn auch in England, im Zoo von Manchester.

 

Es bedarf einiger Vorraussetzungen, damit der Eisvogel überleben kann. Er braucht langsam fließendes oder auch stehendes Gewässer, das gut gefüllt sein sollte mit großen und kleinen Fischen. Dann braucht er steile Uferhänge, in die er seine Höhle hineinbauen kann. Und schließlich sucht er sich Uferplätze mit überhängenden Buschwerk. Dort sitzt er regungslos auf den Ästen, beobachtet das Wasser und schnellt los, wenn ein Fisch in passender Größe vorbei schwimmt. Er soll dabei bis zu 70 km/h erreichen, wer immer es gemessen haben will, aber das erklärt, warum man den kleinen Vogel im Flug selten wahrnimmt. Zu klein und zu schnell. Ein echter Speedy Gonzales.

 

Hand aufs Herz, hätten Sie den Eisvogel ohne meinen kleinen Hinweis gefunden? Da läuft man schnell vorbei, besonders wenn sein Nistplatz am anderen Ufer eines breiten Teiches liegt.

 

Die Hamburger Behörden haben den Eisvogel längst wohlwollend im Visier. Sie wollen ihn im Stadtgebiet wieder ansiedeln und montieren dazu geeignete Nistboxen oder auch Lehmwände an Uferplätzen von Alster und Wandse. An den Oberläufen kann man inzwischen öfter wieder den Eisvogel entdecken. Im Duvenstedter Brook war und ist er schon immer heimisch gewesen, allerdings kommt man nur an wenigen Stellen an die Ammersbek, wo er am ehesten anzutreffen ist. Ein Freund erzählte mir, dass er den kleinen, faszinierenden Vogel an der Rahlau gesehen hat. Alles Orte rund um mein Zuhause, aber sicherlich wird es im Süden und Westen der Stadt auch nicht anders sein.  

 

Hier stimmt für den Eisvogel alles. Fischreicher Teich, steile Uferwände, weit und breit kein Fuchs und gute Plätze um sich auf die Beute zu konzentrieren. Und auch nicht unwichtig, Fotografen können ihm nicht auf die Pelle rücken. Es sei denn man schwimmt auf seine Insel.

 

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